"Wir können nicht bestimmen, was uns im Leben begegnet, aber wir können lernen, damit positiv umzugehen."

Frederick Kanfer

Schema­therapie

Die Schematherapie ist eine aktuelle Weiterentwicklung der klassischen kognitiven Verhaltenstherapie durch Jeffrey E. Young. Diese betont die lebensgeschichtliche Entwicklung von hinderlichen Mustern, "wunden Punkten", "Lebensfallen" bzw. Schemata.

Eine Lebensfalle ist ein Muster, das in der Kindheit entsteht und sich während des ganzen Lebens eines Menschen immer wieder manifestiert. Es ist durch etwas entstanden, das Mitglieder unserer Familie oder andere wichtige Personen getan – oder gerade nicht getan haben.

Wir wurden verlassen, kritisiert, übermäßig beschützt, missbraucht, misshandelt oder ausgeschlossen, oder uns wurde emotionale Zuwendung und Zärtlichkeit vorenthalten.

Dadurch wurden elementare Grundbedürfnisse wie etwa sichere Bindungen, Autonomie oder das „so-sein-dürfen“ nicht erfüllt. 

Um uns vor diesen schmerzlichen Erfahrungen zu schützen, entwickelten wir als Kinder Schutzmechanismen, die zum Leben in unserem damaligen Umfeld notwendig waren, wie z. B. keine Gefühle zeigen, alles perfekt machen wollen, enge Beziehungen vermeiden.

Diese Mechanismen (Lebensfallen, Schemata) sind im Erwachsenenalter häufig unangebracht und führen ihrerseits zu Problemen, da sie uns daran hindern, heute angemessen für unsere Bedürfnisse zu sorgen.

In der Schematherapie wird zunächst versucht, ein besseres Verständnis der eigenen Muster und ihrer Ursprünge zu erarbeiten und dem Schmerz aus der Vergangenheit Raum zu geben.

Auf dieser Grundlage können dann grundlegende Bedürfnisse wiedererkannt und Wege erarbeitet werden, wie wir heute für diese Bedürfnisse sorgen können.